Widerstand gegen Gentechnik

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Inhaltsverzeichnis

Gentechfeldfreies Land

Was auch immer in Laboren und Büro so alles rumprobiert oder -gedacht wird - Felder mit gv-Pflanzen gibt es seit Herbst 2012 in Deutschland nicht mehr. Das reicht zwar nicht, weil erstens sind Grenzen offen für alles (außer Menschen) und zweitens wüten deutsche Konzerne in aller Welt. Aber immerhin: In ihrem Stammland sind BASF, Bayer und KWS geschlagen. Die meisten Förderprogramm sind weg, viele der Briefkasten- und Kleinstfirmen in den Seilschaften auch. Ob es so bleibt? Bislang gibt es keine Hinweise dafür, dass wieder irgendwas losgeht. Aber wissen kann mensch das nicht.

Dokumentationen des Widerstandes: Wie die Agrogentechnik vertrieben wurde ...

Es gibt zwei Dokumentationen dazu, wie es gelang, so große Konzerne mit ihrer profitorientierten Technik in die Flucht zu schlagen.

Witzige und spannende Einblicke in Widerstandsformen (durchaus vergleichbar) bietet auch der Roman "Hinter den Laboren" www.aktionsversand.de.vu.


Ausblick 2013

In Deutschland gibt es in der (Sommer-)Saison 2013 keine gv-Pflanzen. Das verkündeten im Frühjahr auch schon verschiedene Medien und Internetseiten, so am 25.3.2013 Uwe Schrader laut Mitteldeutscher Zeitung, am 9.4.2013 die Propagandaplattform TransGen und am 17.4. der Agrarnachrichtendienst ProPlanta. Als Grund führte Schrot&Korn in der Ausgabe 6/2013: "Wesentlich beigetragen zum Rückzug der Agro-Gentechnik in Deutschland haben zum anderen die Menschen, die ihrer Ablehnung konkrete Taten folgen ließen. 2005 gründeten Bio-Bauern und Imker die Initiative Gendreck weg und begannen – öffentlich angekündigt – Felder zu besetzen. Hinzu kamen Aktivisten, die in unangekündigten nächtlichen Aktionen Anbauversuche beendeten. Ihnen ist es zu verdanken, dass für 2013 im Standortregister (www.standortregister.de) noch kein Versuchsfeld angemeldet ist. Doch hat das Leibniz-Ins-titut für Pflanzengenetik bereits die Erlaubnis, im Herbst manipulierten Winterweizen auszusäen."

  • Das AgroBioTechnikum in Groß Lüsewitz einschließlich der Felder dort ist als gv-Versuchsstandort Geschichte (schon vermeldet). Am 22. April gab es dazu eine bunte Talkrunde mit Rückblick auf die vergangenen Protestjahre. Mittel- und langfristig aber ist nichts sicher, weil Kerstin Schmidt doch wieder Geld beantragt hat im BMBF für neue Versuche. Bekommt sie es, will sie östlich Rostock und in Üplingen wieder aktiv werden.
  • Üplingen als Standort ist ebenfalls im zweiten Jahr frei von gv-Beeten. Die Geldbemühungen von Kerstin Schmidt würden aber auch hier neue Gefahr bedeuten. Entscheidend bleibt, ob die Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz die Ackerfläche wieder für diese Zwecke verpachtet. Stadt Braunschweig und die evangelische Kirche sind hier entscheidend, aber wohl beide der Gentechnikmafia ausreichend wohlgesonnen. Ausführend ist jedoch eine Behörde, die zum Landwirtschaftsministerium Niedersachsen gehört – und das ist jetzt in grüner Hand! Wir dürfen gespannt sein, ob hier eher gekünastelt wird (sprich: alles darf weiterlaufen wie bisher) oder sich etwas ändert …
  • Für den Zeitraum Herbst 2013 (ursprünglich schon 2012 geplant, klappte aber nicht) bis Ende August 2016 ist ein Winterweizenversuch des IPK Gatersleben für den Standort Üplingen geplant (Antrag für 2014 bis 2016).
  • Auf dem Limburgerhof (BASF-Agrarbetriebsgelände südlich Ludwigshafen) sind keine Versuche angemeldet oder beantragt.
  • Genehmigt sind weiterhin das Monsanto-Rübenfeld in Gerbitz (oder Thulendorf, Üplingen), das KWS-Rübenfeld in Üplingen, zudem die Felder der Uni Rostock für Tabak (mögliche Orte: Thulendorf, Üplingen) und Weizen (mögliche Orte: Thulendorf, Üplingen) sowie von Mais der Firma Pioneer (in Zabeltitz, Üplingen oder Thulendorf).
  • Pflanzen zum Anbau wird es wohl kaum geben. MON810 ist in Deutschland verboten, die BASF-Kartoffel Amflora will selbst BASF nicht mehr. Laut der Gentechnik-Propagandaplattform TransGen will die EU bis 2014 keine anderen Pflanzen zulassen.
  • Seit Ende März 2013 (geplant bis einschließlich 2014) läuft der umstrittene Impfversuch an Fohlen in Grabow (Mecklenburg-Vorpommern), seit dem 20.3. im Standortregister eingetragen (Filmbeitrag auf TV Schwerin).


Selbst nachsehen?

  • Zum offiziellen Standortregister des BVL: Hier müssen Versuche drei Tage und kommerzielle Felder drei Monate vor der Aussaat eingetragen werden.
  • Zum Freisetzungsregister: Hier werden die Anträge für Freisetzungen mindestens drei Monate vor Genehmigung eingetragen - oft dauert es deutlich länger. Hier ist also vorab zu sehen, um welche Versuche es in Zukunft gehen könnte und welche zur Zeit genehmigt sind (gilt meist für einige Jahre).
  • IPAS - das Förderprogramm des BMBF, nach dem gv-Freisetzungen aus Bundesmitteln bezuschusst werden können (das BioSicherheits-Programm ist beendet).


Rundherum

  • Grenzen sind nur für viele Menschen schwer überwindbar, nicht aber für Pollen. Daher lohnt der Blick über den Tellerrand. So will die ETH Zürich, Global Player der Agrogentechnik aus der Schweiz, dort ein Feldbefreiungs-sicheres Versuchsgelände errichten und auch deutsche Firmen einladen, dort Felder anzulegen. Dicht an der westlichen Grenze liegt die Niederländische Universität Wagingen - und dort wird einiges an Versuchen gemacht. Aktuell zum Beispiel eine Anlage mit gentechnisch veränderten Äpfeln.

Rückblick Herbst 2012

4. September: Treffen der Gentechnik-Seilschaften

Das InnoPlanta-Forum ist seit Jahren das größte und auffälligste Treffen zwischen Konzernen, Behörden, Lobbyverbänden und sogenannten ForscherInnen in der Agro-Gentechnik Deutschlands. KWS, Bayer, BASF, Pioneer, Monsanto und andere kommen, ebenso Fördermittel jagende WissenschaftlerInnen verschiedener Universitäten und Institute. Behördenleute, betagte und aktuelle JournalistInnen von ZDF, MDR, Zeitungen und anderen puschen das Treffen. Rundherum gruppierten sich Geldgeber, LobbyistInnen und VertreterInnen derer, die mit Grund und Boden die Sache unterstützten - von BürgermeisterInnen bis zur Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz (SBK). Fünf Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Hessen und Bayern haben Versammlungen entlang der voraussichtlichen Anfahrtsstrecke „Am Schwabeplan“ angemeldet. Sie planen ein buntes Programm von Protest und Information. Unter anderem soll es ein Spalier mit "Roten Karten" entlang der Zufahrtswege geben bei gleichzeitig lockenden Geldscheine-Winken am Eingang.

  • Zeit: Dienstag, 4. September, 10-17 Uhr (angemeldete Proteste 9-18 Uhr) ++ Flyer mit allen Infos
  • Ort: BioTech-Campus bzw. IPK-Gelände in Gatersleben (Genaueres nicht bekannt)


10. September: Vorwurf des Betrugs durch Gentechnik„mafia“ vor Gericht!

Seit 2009 veröffentlicht der Buchautor und Aktivist Jörg Bergstedt immer neue Enthüllungen über Geldflüsse, Postenschieberei, Fälschungen, Schlampereien und Verstöße gegen Sicher-heitsauflagen rund um die deutschen Felder mit gentechnisch veränderten Pflanzen sowie die dahinterstehenden Firmen, Konzerne und Institute. Drei in den Netzwerken wichtigen Personen war diese brisante Kritik so unangenehm, dass sie die Kritik per Gericht verbieten lassen wollen. Nach drei Jahren voller Prozesse hat der Autor in allen Punkten gewonnen – nur einer steht noch zur Überprüfung an: Darf den LobbyistInnen und Firmen auch Betrug vorgeworfen werden? Und wenn ja: Warum ermittelt keine Staatsanwaltschaft?

  • Zeit: Montag, 10.9., 11 Uhr
  • Ort: OLG Saarbrücken (Franz-Röder-Straße, Raum 223)
  • Die GegnerInnen: InnoPlanta-/FDP-Mann Uwe Schrader, Firmengeschäftsführerin Kers-tin Schmidt und die Anwaltkanzlei des Saarbrücker FDP-Mannes Horst Rehberger gegen den Buchautor und Aktivisten Jörg Bergstedt (mit Anwalt Tronje Döhmer, Gießen).
  • Was bisher geschah, steht unter www.projektwerkstatt.de/gen/filz_brosch.htm.

Wichtiger Ergänzungshinweis: Am 8. und 9. September gastiert der „Good Food March“ (www.meine-landwirtschaft.de/good-food-march.html). Der Autor Jörg Bergstedt wird dort voraussichtlich anwesend sein und am 9.9. abends die brisante Ton-Bilder-Schau „Monsanto auf Deutsch“ zeigen.

Fast gentechnikfrei: Die Felder in Deutschland 2012

Diese Übersicht gilt für Deutschland - was für die Gentechnik natürlich nicht optimal ist, schließlich sind die Grenzen offen für alles außer für Menschen.


Jahresanfang: Rumgeeiere von BASF und KWS

Die Aussaatphase des Jahres 2012 ist durch – und spektakulärer hätte das Jahr kaum starten können. Begonnen hatte es gleich mit einer Lüge: Die BASF verbreitete, in Deutschland keine Felder mehr anlegen zu wollen. Einige Umweltverbände und andere (die an den Versuchsfeldern kaum präsent waren) nutzten das, um den Erfolg und das dazugehörige Spendenkonto für sich zu reklamieren. Doch der Jubel war verfrüht: BASF macht doch Felder in D-Land - – und zwar in Baalberge und Gatersleben (beide Sachsen-Anhalt) mit dem Nachfolgemodell der Amflora (heißt: Modena).

Nach BASF meldete sich die KWS und verzichtete zunächst auf das hauseigene Versuchsfeld in Northeim-Weetze. Bleiben sollte hingegen das Schaufeld in Üplingen. Somit schien sich die schon in den vergangenen Jahren beobachtete Konzentration der sogenannten „Versuchsfelder“ auf den beiden hochgesicherten, von den Schmidt-Schrader-Firmengeflechten betriebenen Flächen in Sagerheide (AgroBioTechnikum) und Üplingen (Schaugarten) fortzusetzen. Doch dieser Schein trog ...


Aus und vorbei: AgroBioTechnikum und Schaugarten Üplingen bleiben 2012 dicht

Nach den Absagen von BASF und KWS zu eigenen Feldstandorten war für 2012 eine weitere Konzentration der sogenannten „Versuchsfelder“ auf den beiden hochgesicherten, von den Schmidt-Schrader-Geflechten betriebenen Flächen in zu erwarten. Doch das war voreilig. Schon im Laufe des April kamen Zweifel hinsichtlich der Anlage östlich von Rostock auf. Keine relevanten Vorbereitungsarbeiten konnten gesichtet werden und das Wachhäuschen fehlte. Zudem gerieten Betreiberfirmen und ihre Förderer aus Regierungskreisen unter Beschuss, erstmals am 28.3.2012: Aufgrund einer Landtagsanfrage der Grünen wurde bekannt, wieviel die staatliche Bewachung der Genfelder kostete. Die Ostseezeitung machte die Nachricht zum Aufhänger auf der Titelseite. Dann folgte der 14.4.2012: Wiederum als Leitartikel auf der Titelseite der Ostseezeitung (d.h. der wichtigsten Tageszeitung in und um Rostock) erschien ein Artikel mit dem Titel: "Filz und Mauschelei in der Gentechnik?". Darin stand klipp und klar: "Schmidt gab auf OZ-Anfrage zu: "Die Grüne Gentechnik im MV ist tot." Gemeinsam mit Broer baut sie zurzeit in Sachsen-Anhalt einen neuen BioPartk auf ... Absetzbewegung ..." Wenige Tage später am 25.4. ein nächster Leitartikel, diesmal ging es um "Faule Tricks" bei der Mittelvergabe durch Landesministerien, die offenbar eine 100%-Förderung des AgroBioTechnikums erreichen, aber gleichzeitig verschleiern sollten. Und schließlich am 5.5. folgte noch ein Bericht über Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, die von dieser allerdings dementiert wurden (der Staat hält halt seine schützenden Hände über den Filz!). Als im Mai schließlich sogar noch das Werbeschild am Ortseingang von Sagerheide verschwand, war endgültig klar: Das AgroBioTechnikum wird 2012 keine Felder anlegen. Ob 2013 angesichts des Drucks ein Revival gelingen kann, erscheint fraglich. Allerdings wurde zwischenzeitlich der Tabakversuch der Uni Rostock genehmigt - könnte also 2013 losgehen.

Die Firmengeflechte mit den Kerstin-Schmidt-GmbHs als Handelnde hatten ohnehin schon mit einem vollständigen Umzug an ihren ebenfalls dubiosen, von Staat, LobbyistInnen und der bei der Jagd nach Geld skrupellosen Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz (SBK) geförderten Standort Üplingen (Börde) geliebäugelt. Deren Aus für 2012 kam daher überraschender, aber war deutlich. Am 9.5. war auf der Internetseite des Schaugartens zu lesen: "Der in den vergangenen Jahren von vielen Tausend interessierten Gästen besuchte Schaugarten mit gentechnisch veränderten Pflanzen in Üplingen, Sachsen-Anhalt, wird in diesem Jahr nicht öffnen. Grund dafür sind die restriktiven politischen Rahmenbedingungen und kriminelle Feldzerstörungen in Deutschland. Diese Situation, die bereits zur Abwanderung großer Teile von Wissenschaft und Wirtschaft dieser Zukunftsbranche geführt hat, macht es nahezu unmöglich, der Öffentlichkeit die aktuellen weltweiten Entwicklungen der modernen Pflanzenzüchtung weiterhin vorzustellen. ... Wenn sich die Rahmenbedingungen für die Erprobung und den Anbau gentechnisch optimierter Pflanzen in Europa nicht verbessern, wird sich die Wertschöpfung aus diesem Bereich ausschließlich außerhalb Europas weiter fortsetzen. „Deutschland ist dabei, seine Innovationskraft bei einem Zukunftsthema einzubüßen“, betont Schmidt.“" Die Gentechnik-Lobbyszene jammerte und wähnte Deutschland mal wieder am Abgrund ...

Weitere Felder und Standorte

Bild:Standortreg.jpg

Ausschnitt der zweiten Seite im Standortregister für 2012 mit den verbliebenen vier Eintragungen im Standortregister (dazwischen Propagandaeintragungen für MON810-Felder - davon stehen noch mehr im Register). Drei Felder hat es dann wirklich gegeben:

  • Baalberge, BASF, Kartoffeln: Lage bei Google (die Abbildung selbst ist veraltet, das Versuchsfeld war klein und mitten im Weizenacker) - das Feld hielt das ganze Jahr (und überstand offenbar einen Zerstörungsversuch)
  • Ein Feld mit der Roundup-Ready-Rübe H7-1 (angemeldet von Monsanto, ist aber eine Joint-Venture-Rübe mit KWS; Größe im Standortregister wie 2012: 5000qm) in Gerbitz: Lage bei Google (bei genauen Hinsehen ist das Quadrat auf Google sogar zu sehen) - das Feld wurde offenbar nie versuchsmäßig betrieben, sondern verunkrautete völlig und wurde zudem gerüchtemäßig auch zerstört
  • IPK Gatersleben: BASF, Kartoffeln: Lage bei Google (umzäuntes, bewachtes Gelände) - das Feld wurde vollständig zerstört

Das vierte wurde nicht ausgesät, sondern zurückgezogen: Ein Pioneer-gv-Maisfeld in Üplingen (im Standortregister: 1800qm, das deutet eher auf den Schaugarten hin; im Freisetzungsregister war es noch für 7ha genehmigt - damit wurde schnell fraglich, ob es das Feld nach dem Aus des Schaugartens überhaupt geben würde ... und tatsächlich zog Pioneer kurz nach dem Aus des Schaugartens den Versuch zurück)

Zusätzliche Eintragungen ins Freisetzungsregister (da steht drin, was genehmigt ist - das muss aber noch ins Standortregister übertragen werden mind. 3 Tage vor der Aussaat; bislang ist es das nicht!), deren Anlage öffentlich angekündigt ist:

  • 1x Roundup-Ready-Rübe H7-1 (angemeldet diesmal von KWS)
  • Außerdem gäbe es für Üplingen noch mehrere weitere Versuchsfelder im Freisetzungsregister, die schon in den vergangenen Jahren genehmigt waren und auch 2012 anlegbar wären. Das betrifft vor allem Weizen, Kartoffeln usw. von der Uni Rostock (was auch am AgroBioTechnikum steht/stand). Mit dem Aus der Versuchsanlagen in Üplingen und Sagerheide ist damit aber nicht mehr zu rechnen.
  • Außerdem gibt es noch einen Antrag, der noch nicht genehmigt ist (auch für Üplingen und bei Rostock) mit Tabak.

Aktionen 2012


Themen 2012

Die Lage, politisch eingeschätzt ... zum Beginn des Jahres 2011
Die Mischung macht's: Der bunte Blumenstrauß verschiedener Aktionsformen gegen die Agrogentechnik von gentechnikfreien Zonen über Demos und Störaktionen bis zu militanten Formen wie Feldbefreiungen haben nach BASF jetzt auch KWS zum Aufgabe ihrer eigenen Felder gebracht. Von den 2011 angelegten Feldern fallen damit zwei der drei außerhalb von AgroBioTechnikum (nahe Rostock) und der skandalösen Propagandafarm in Üplingen gelegenen Flächen weg. Dort ist ein ähnliches Felderspektrum wie 2011 plus jeweils ein Tabakversuch der Uni Rostock zu erwarten. Wie sich der Widerstand entwickelt, bleibt indes unklar. Vor allem Üplingen und die Börde sind ein erheblicher Schwachpunkt - nach wie vor weitgehend ohne Präsenz und Aktivitäten der mit Spenden und Mitgliedsbeiträgen vollgestopften überregionalen Verbände und Parteien. Einziges Feld mit gv-Pflanzen außerhalb der beiden Zentren könnte ein Monsanto-Rübenfeld bei Nienburg/Saale sein. Allerdings ist auch hier gleich ein Zweitfeld am AgroBioTechnikum vorgesehen. Unbekannte AktivistInnen haben aber im letzten Juli ja demonstriert, dass Bewachung, Sicherungsanlagen und Kumpanei mit den staatlichen Truppen allein nicht schützt. Es könnte also ein spannendes Jahr werden ... Ach ja: Ungeklärt ist noch, ob der Versuch mit freilaufenden Pferden in Mecklenburg-Vorpommern läuft, die einen gentechnisch erzeugten bakterieller Lebendimpfstoff im Körper tragen. Wer selbst mal schauen will, findet die Anmeldungen für Versuchsfelder unter http://apps2.bvl.bund.de/cgi/lasso/fsl/liste_d.lasso. Das Standortregister gibt hingegen zur Zeit noch wenig her - außer Propagandaeintragungen von MON810 ist da nichts drin.

Hier ein Überblick, wie es 2011 war:

  1. Die zwei Mehrfachstandorte
    1. Wie im letzten Jahr auch: Spitzenreiter bei der Felderzahl ist Üplingen (Ortsteil von Ausleben) mit dem dortigen Streichelzoo für gv-Pflanzen (Biotechfarm, Schaugarten) plus dieses Jahr dem BASF-Amflorafeld. Die Felder im Streichelzoo sind überwiegend Doppel von Flächen anderswo, vor allem AgroBioTechnikum (gleiche Firma) und KWS. Die Flächen gehören der Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz (SBK), die in der Gentechniklobby auch direkt mitmischt.
      Bedeutung: Vor allem Propaganda.
      Der Widerstand vor Ort und regional lage nahe Null (obwohl Gemeinderat mehrheitlich dagegen). Umweltverbände, Grüne, Biolandwirtschaft usw. waren kaum aktiv. Das war auch die letzten Jahre schon so. Aktionen gab es fast nur von überregionalen AktivistInnen, z.B. zum InnoPlanta-Forum 2011. In einer spektakulären Feldbefreiung Anfang Juli von etlichen gv-Pflanzen "befreit".
      Für 2012 ist zusätzlich ein Tabakversuch angemeldet.
    2. Mindestens vier Felder sollten wachsen, es waren aber dann wohl nur drei (Tabakversuch verschwand aus den Anmeldungen) in Sagerheide (Ortsteil von Thulendorf), also auf den Versuchsfeldern des Landes Mecklenburg-Vorpommern, die dem AgroBioTechnikum in Groß Lüsewitz bereitgestellt wurden. Im Standortregister standen Rüben, Mais, Weizen und Kartoffeln. Mais wurde aber wohl nicht angebaut. Gültig wäre noch eine Petunienanmeldung.
      Bedeutung: Wichtigster Forschungs(simulations)standort. Hier fließt am meisten Fördergeld von Bundesebene, aber in der Vergangenheit wurden Experimente nur vorgetäuscht. Veröffentlicht wurden Ergebnisse, die die ForscherInnen und die Gentechniklobby brauchte. Im Herbst 2011 wurde ein Wasserschaden im Gebäude bekannt. Das steht seitdem leer und muss (aus der Staatskasse) erstmal gründlich saniert werden. Zukunft daher offen.
      Widerstand: AnwohnerInnen, Gemeinderat (einstimmig), kleinere Personenkreise jeweils aus Uni, Grünen, Umweltverbänden usw. Zudem überregionale, unabhängige AktivistInnen. In einer spektakulären Feldbefreiung Anfang Juli weitgehend von gv-Pflanzen "befreit".
      Für 2012 ist zusätzlich ein Tabakversuch angemeldet.
  2. Einzelfelder
    1. Limburgerhof
      Dort liegt das Agrarzentrum der BASF. Ein Kartoffelfeld war dort für 2011 angemeldet.
      Bedeutung: Das letzte Feld auf dem Gelände war ein Propagandafeld (Blog im Internet). Eigentliche Forschungsflächen liegen eher am AgroBioTechnikum (siehe 1.2).
      Widerstand: Vor Ort bislang nicht spürbar. Eigentlich wichtig, denn BASF ist ein entscheidender Akteur der Agro-Gentechnik in Deutschland und weltweit, wird aber bislang wenig beachtet.
      Neu im Januar 2012: Die BASF hat bekannt gegeben, die Gentechnikforschung aus Europa rauszunehmen.
    2. KWS-Felder
      Zwei Rübenfelder für Northeim (1 und 2).
      Bedeutung: Firmeneigene Forschung.
      Widerstand: Vor Ort vorhanden, in den vergangenen Jahren immer wieder Besetzungs- und Blockadeversuche (www.kws-gentechnikfrei.de).
    3. Monsanto-Rübenfeld in Nienburg (Saale), Ortsteil Gerbitz
      Bedeutung: Unbekannt - es ist die Rübe, die in den USA zwischenzeitlich verboten war.
      Widerstand: Unbekannt. Wurde 2011 auch umgesenst.
    4. Noch im Genehmigungsverfahren und für 2011 ausgeschieden war ein neues Maisfeld der RWTH Aachen auf dem vTI-Gelände (Ex-FAL) an der Bundesallee im Westen Braunschweigs. Die Fläche gehört zum Aigner-Ministerium.
      Bedeutung: Bisher quasi ein bundeseigener Versuch unter Beteiligung vieler Universitäten.
      Widerstand: Einige AkteurInnen in der Region, vor allem ohne Verbands- und Parteizugehörigkeit, sowie überregionale AktivistInnen. 2009 dreitägige Feldbesetzung. Stadt und Gerichte in Braunschweig unterstützen Gentechniklobby durch Demonstrationsverbote (oft mit ziemlich miesen Tricks).
  3. Verschwunden
    Zudem stand noch ein Tabakversuch des IPK im Genehmigungsverfahren. Geplanter Standort war Sagerheide (siehe 1.2). Ist aber verschwunden, also möglicherweise zurückgezogen. Es wäre das erste Feld des IPK unter den Fittichen des Vertragspartners biovativ (Kerstin Schmidt).

Aktionen

Terminkalender mit Vorträgen, Spaziergängen ... zum Thema

InnoPlanta-Forum 2012

Das Haupttreffen der Gentechnik-Seilschaften! In ihrem ergaunerten Tagungszentrum in Üplingen (neben dem Schaugarten)!


Rückblicke

  • 20./21.4. in Schöningen und Üplingen: Veranstaltungen zur Gentechnikkritik (Infoflyer)
    • Freitag, 20.4. um 20 Uhr in Schöningen (Herzoginnensaal im Schloss): Ton-Bilder-Schau "Monsanto auf Deutsch - Seilschaften zwischen Behörden, Forschung und Gentechnikkonzernen"
    • Samstag, 21.4. ab 15 Uhr und ab 17 durchs Dorf Üplingen (Treffpunkt: Parkplatz am Friedhof Üplingen, nördlicher Ortsausgang Badelebener Straße): Gentechnikkritischer Spaziergang mit Blicken auf Schaugarten und Hofgut, Informationen und Gesprächen
    • Samstag, 21.4. ab 19 Uhr in der Kirche von Warsleben: (Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses wurde verboten!): Podiumsgesprächs zur Gentechnikkritik (geplant: Infos durch und Fragemöglichkeit an LandwirtInnen, ImkerInnen, GentechnikkritikerInnen)
  • Immer wieder: Vortrag "Monsanto auf Deutsch" ++ Infoseite ++ Termine
  • 21. Januar in Berlin: Demo "Wir haben es satt!"

Rückblick 2011

Aktionen

Felder, Aktionen, Hintergründe

Spenden für Besetzungen und mehr: Konto "Spenden & Aktionen"
Nr. 92881806 bei der Volksbank Mittelhessen (BLZ 513 900 00)
Stichwort angeben: "Gentechnik"
IBAN DE29 5139 0000 0092 8818 06, BIC VBMHDE5F
Brisant: Broschüre "Organisierte Unverantwortlichkeit" zum Filz in der Gentechnik
Umfassende Enzyplopädie der Seilschaften: Buch "Monsanto auf Deutsch"
Titelbild der Broschüre mit Tipps gegen Genfelder (www.aktionsversand.de.vu)
Titelbild der Broschüre mit Tipps gegen Genfelder (www.aktionsversand.de.vu)

Wo sind die Felder und was kann ich tun?

Hier folgen ein paar Links für Recherche und Aktionen:

Akteneinsicht nach dem Umweltinformationsgesetz

Für alle umweltrelevanten Informationen (Naturschutz, Energie- und Verkehrspolitik, Raumplanung, Bauleitplanung, Gentechnik, Immissionsschutz usw.) besteht ein gesondertes Gesetz - zum einen auf Bundesebene (Umweltinformationsgesetz) sowie zum anderen für alles Länder (betrifft dann Landeseinrichtungen und -behörden). Danach können die Akten gebühren- oder sogar kostenfrei auf den Behörden eingesehen, meist sogar abfotografiert oder gegen Kostenübernahme kopiert werden.

Bei neuen Freisetzungen muss der Betreiber jeweils pro Versuch und Zeitraum einen Antrag stellen, der öffentlich ausgelegt wird und wo mensch Einwendungen schreiben kann. Betroffene können sogar anschließend klagen.

Seiten mit Aktionsideen und Infos

Technische Tipps zum Umgang mit Genfeldern

(Rück-)Blicke

Diese Seite dient als offene Plattform für aktuelle Aktionen und Kampagnen. Sie wurde im Frühjahr 2007 geschaffen - damals für den Versuch einer Besetzung des Gentech-Feldes in Groß Lüsewitz. Das jeweils aktuelle Jahr steht hier auf der Eingangsseite. Die vorherigen Jahre und Aktionen sind auf weitere Seiten verbannt worden, aber weiter erreichbar.

Genau mitzählen wollen auch die Lobbyisten der Gentechnik:

  • Liste der Feldbefreiungen, war auf der Seite der Gentech-Fanclubs (dort aber inzwischen wieder verschwunden)
  • Thomas Deichmann (Ex-Marxist und heutige Novo-Redakteur) hat in seinem Hetzbuch gegen die Gentechnikkritik "Warum Angst vor Grüner Gentechnik?" eine lange Liste von Aktionen veröffentlicht - von 2004 bis 2008 ergibt das die lange Deichmann-Liste

2010

2 Feldbesetzungen, einige Feldbefreiungen, der Sieg gegen den Versuch des Verbots kritischer Schriften und Aktionen zum InnoPlanta-Forum waren einige der Highlights dieses Jahres ...

2009

4 Feldbesetzungen, einige Feldbefreiungen und jede Menge Auseinandersetzungen vor Gerichten, die mit harter Hand der unerwünschten Technik beiseitespringen ...

2008

Ein phantastisches Frühjahr 2008 mit vielen Feldbesetzungen und weiteren Aktionen. Weitere Seiten mit Berichten:

2007

2006

Geschichte


  • For an international resistance: Translations und other countries

Links und Infos zur Gentechnik

Hier folgen Links zu vielen Aktionen, Kampagnen und mehr im Bereich Gentechnik. Wer findet, dass hier noch was fehlt, kann es einfach dazu tragen.

For an international resistance: Translations und other countries

Aktionsideen und -tipps

Recht und Rechtstipps

Wo sind die Felder?

Wo sind die Institutionen?

Warum gegen Gentechnik?

Aktionen und Kampagnen überregional

Aktionen und Kampagnen lokal und regional

Termine

Nachrichten zum Thema Gentechnik

Politik

Gentech-Lobby

  • Gentechnikfilz in Mecklenburg-Vorpommern (v.a. AgroBiotechnikum) und Sachsen-Anhalt (Biotechfarm, IPK)
  • Innoplanta - ein kruder Verein im Filz von Konzernen, Parteien und sog. ExpertInnen
  • Gesammelte Infos zum Filz in der Gentechnik-Branche und bei Behörden

Recherche

  • Register der Agrarsubventionen - Übersicht von Regelzuschüssen für landwirtschaftliche Betriebe aus den EU-Geldern usw. - auch viele Gentech-Felder sind da zu finden, wenn mensch weiß wo sie liegen und wer da ackert...
Persönliche Werkzeuge