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Endlich!
2008: Auch Deutschland wird gentechnikfrei - so oder so!
Fast wöchentlich Meldungen über ungeklärte Beimischungen gentechnisch veränderter Nahrungsmittel im Essen, Enthüllungen über Mauscheleien zwischen Ministerien, EU-Gremien und Konzernspitzen - und dabei immer weniger Berichte über die Lage der LandwirtInnen und VerbraucherInnen in den Regionen der Welt, in denen der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen schon weit vorangeschritten ist. Es wären auch keine Erfolgsmeldungen: Der Hunger nimmt zu. Monokulturen zerstören Regenwälder und Ackerland, immer häufiger muss zur Giftspritze gegriffen werden. BäuerInnen werden verdrängt. Hohe Selbstmordraten.
Es wird Zeit, dass diese auf Profit und Machtausbau ausgerichtete Technologie wieder verschwindet. Doch von Politik und Wirtschaft ist das nicht zu erwarten. Menschen haben dort noch nie viel gezählt, die Umwelt auch nicht. Wenn harte Interessen durchzusetzen sind, wurden Atomkraftwerke, Gentechnik, Rhein-Main-Donal-Kanäle, Flughäfen oder Kriege einfach gemacht - egal, wie viele dagegen waren. Doch der Widerstand gegen die Gentechnik hat zugenommen. Nach zögerlichem Beginn von Aktionen, Feldbefreiungen und Sabotage dehnten sich 2006 und 2007 die Aktionen stark aus. Daher steht 2008 an, die Sache zum guten Ende zu bringen: Auch wenn Monsanto, Bayer & Co. heulen werden ob der verpassten Millionen für ihre Gewinne und Vorstandsgehälter - es sollte Schluss sein. So oder so:
- Wenn Bauern(-verbände), Kommunen und VerbraucherInnen in einer Region gentechnikfreie Zonen schaffen, dann ist viel erreicht!
- Wenn Läden, Gaststätten, Saatguthandel und mehr gentechnikfrei bleiben oder werden, wenn Menschen beim Einkauf auf gentechnikfreie Nahrungsmittel achten oder danach fragen - schön!
- Wenn PolitikerInnen der Bundes- und Landesregierungen oder der EU für eine gentechnikfreie Land- und Forstwirtschaft handeln - auch das kann hilfreich sein!
Aber wo all das nicht geschieht, kann der Gentechnik durch zivilen Ungehorsam und direkte Aktion ein Ende bereitet werden. Das soll 2008 geschehen. Diese Zeitung ist ein Ausdruck der Entschlossenheit und ein Aufruf an die Wenigen, die mit der riskanten Technologie Geld scheffeln wollen: Hört auf! Es lohnt sich nicht! Und wenn wir selbst dafür sorgen müssen!
Ein aktives Jahr 2008
Seit 2005 wächst die Zahl direkter Aktionen gegen Gentechnik-Äcker. Offen angekündigte und heimliche Feldbefreiungen in 2005 und 2006, deutlich mehr davon und ein Besetzungsversuch 2007 - es breitet sich wieder aus. Die Dichte an Aktionen der 90er Jahre ist zwar noch nicht erreicht worden und auch in der Radikalität der Absage an die profitorientierte Zellkernmanipulation klaffen noch Unterschiede. Aber die Propaganda der Tat hat bereits einiges verschoben, Medien und einige Verbände organisieren eigene Aktionen und wagen sich mit Sympathiebekundungen für direkte Aktionen gegen Gentechnik aus der Deckung. Gleichzeitig dehnen sich gentechnikfreie Regionen aus, werden PolitikerInnen immer wieder daran erinnern, wie die überwältigende Mehrheit denkt. Daher besteht Hoffnung, dass 2008 ein aktives und wirksames Jahr eines bunten Gentechnik-Widerstandes wird, in dem viele Menschen auf ihre Art zeigen, dass es mit der Agro-Gentechnik ein Ende haben soll. Vielleicht - nein, hoffentlich ist dann 2008 das letzte Jahr, in dem die riskante Technologie mit ihren fatalen Nebenwirkungen immer höherer Pestizideinsätze und Abhängigkeiten der LandwirtInnen von wenigen Saatgutkonzernen in Deutschland auf die Äcker gelangt.
- Unsere Internetseite zu diesem Aufruf: www.gentech-weg.de.vu
- Aktionsideen zum Lesen und Ergänzen

