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Voll­Macht zum Pro­fit?

Oft ste­hen nur ge­sund­heit­li­che und öko­lo­gi­sche Ri­si­ken im Mit­tel­punkt der Kri­tik an Gen­tech­nik. Sie sind aber nur ein Aus­schnitt und die­se Ver­kür­zung ist ge­fähr­lich. Die in den Ri­si­ko­de­bat­ten auf wis­sen­schaftli­che Spra­che trai­nier­ten Gen­p­fu­sche­rIn­nen konn­ten sich hier gut be­we­gen und als „Wissen­schaft­ler“ in­sze­nie­ren, de­nen es ver­meintlich nur um die Sa­che ging. Stän­dig war­fen sie mit ir­gend­wel­chen Gut­ach­ten um sich und schüch­ter­ten die Kri­ti­ke­rIn­nen ein, die nicht so vie­le Quel­len d che­mi­sche For­meln her­unter­be­ten - oder schlicht er­fin­den - konn­ten. Gen­tech­nik aber ent­hält im­mer auch Macht und Kon­trol­le, da­her ist ei­ne eman­zi­pa­to­rische Gen­tech­nik­kri­tik not­wen­dig:

  • Neue Pro­fit- und Macht­sphä­ren ent­ste­hen durch die Aus­deh­nung der Ver­wer­tungslo­gik auf bis­her nicht er­fass­te Le­bens­be­reiche, z.B. die Pa­ten­tie­rung von Tie­ren und Pflan­zen, Gen­se­quen­zen usw. Hier­durch wer­den Spiel­räu­me für selbst­be­stimm­te Ent­wick­lungen ein­ge­schränkt, da die paten­tier­ten Or­ga­nis­men und Se­quen­zen für selbst­or­ga­ni­sier­tes Handeln ver­lo­ren sind.
  • Gen­tech­nik ist vom An­satz her ein Re­parie­ren an Na­tur und Mensch - zu­mal mit tech­ni­schen Mit­teln, d.h. es lenkt den Blick vom So­zia­len auf das Tech­ni­sche. Die Zie­le der Gen­tech­nik aber sind fast aus­nahms­los so­zia­le: Ge­sund­heit, Le­bens­mit­tel­ver­teilung (nicht de­ren ver­mehr­te Er­zeu­gung, denn die Men­ge ist nicht das Prob­lem!), Über­wa­chung, Eu­ge­nik bis Eu­tha­na­sie. So­mit för­dert die Gen­tech­nik prin­zi­pi­ell die Aus­deh­nung des In­ge­ni­eurs­den­kens auf so­zia­le Fra­gen.
  • Selbst dort, wo die Aus­deh­nung von Elend, Aus­beu­tung, Ar­mut und Hun­ger sehr of­fen­sicht­lich dem Zweck der Pro­fitma­xi­mie­rung dient, ist die For­schung und Ent­wick­lung so­fort da­bei. Das be­rühm­tes­te Bei­spiel ist die Ter­mi­nator­tech­no­lo­gie. Mittels spe­zi­fi­scher Gen­se­quen­zen soll verhin­dert wer­den, dass die ge­ern­te­ten Sa­men als Saat­gut wei­ter­ver­wen­det wer­den kön­nen. Selbst­ver­sor­gung wird un­mög­lich, Land­wir­tIn­nen geraten in dauer­haf­te Ab­hän­gig­keit.
  • Aus Pro­fit- und Macht­in­te­res­sen kom­binie­ren die Kon­zer­ne und In­sti­tu­tio­nen der Gen­tech­nik ih­re gen­tech­ni­schen Ver­än­derun­gen mit Kon­troll- und Steue­rungs­mecha­nis­men. So wol­len sie die Wei­ter­verwen­dung des Saat­gu­tes, ja selbst die Verbes­se­rung des Saat­gu­tes durch an­de­re unter­bin­den, wenn sie ih­nen kei­nen Pro­fit bringt, und ver­ein­fach­te Nach­weis­möglich­kei­ten für (z.B. aus der pu­ren Not entstan­de­ne) Wei­ter­ver­wen­dun­gen ha­ben.
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