Gentech hunger
Aus Gentech
Bekämpft Gentech Hunger?
Die „Grüne Revolution“ hat über 30 Jahre lang versucht, mit viel Kapital-, Pestizid- und Düngereinsatz das Hungerproblem zu lösen. Ohne Erfolg. Trotz Bevölkerungswachstum steht der Welt heute 15 Prozent mehr Nahrung zur Verfügung als noch vor 20 Jahren. Doch die höheren Erträge sind nicht bei den Hungernden gelandet. Denn Nahrungsmittelknappheit ist in erster Linie ein Verteilungsproblem und kein Mengen- oder Technologieproblem. Derzeit geht fast die Hälfte der potenziellen pflanzlichen Nahrungsmittel als Futter in die Viehzucht. Gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere unterliegen dem Patentrecht. In ihre Entwicklung und Zulassung müssen die Produktionsfirmen erhebliche Summen investieren. Die Folge: Das so entstandene Saatgut und die Produkte einer gentechnischen Nahrungsmittelproduktion kosten mehr und sind deshalb in der so genannten Dritten Welt nur noch für Devisenbesitzer erschwinglich. Die Bauern würden in nahezu vollständige Abhängigkeit von den Saatgutlieferanten geraten.
Das Hauptproblem in entwickelten wie in unterentwickelten Ländern ist vielmehr die Bodenqualität. Der den Ertrag begrenzende Faktor ist in vielen Regionen der Welt nicht die Produktivität der Pflanzen, sondern die (gentechnisch kaum beeinflussbare) Qualität der Böden. Zahlreiche Konzerne drängen jedoch weiterhin auf die Etablierung der Gentechnik im Bereich der Landwirtschaft und der Lebensmittelproduktion. Und sie tun dies unter dem Vorwand, den Hunger in der sogenannten 3. Welt bekämpfen zu wollen. Das eigentliche Ziel - nämlich die Profitmaximierung - soll über eine Absicherung der Marktposition erreicht werden. Zu dieser Absicherung kommt es durch die Abhängigkeit der Landwirte von den Firmen, die das Saatgut und die dazugehörigen Pestizide entwickelt haben. Die selben Firmen, die über Jahrzehnte jene Pestizide entwickelt haben, die für die Belastung der Grundwässer verantwortlich sind, wollen jetzt mittels Gentechnik in der Landwirtschaft ihre Profite maximieren.

