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Feld­be­set­zun­gen: Dau­er­haf­t & Bür­ger­kon­takt

Ei­ne seit län­ge­rem nicht mehr er­folg­reich prak­ti­zier­te Ak­ti­ons­form ge­gen Gen­tech­nik ist die Feld­be­set­zung: Ak­ti­vis­tIn­nen be­ge­ben sich auf ein Feld, auf dem bald gen­technisch ma­ni­pu­lier­te Pflan­zen aus­ge­sät wer­den sol­len und ver­hin­dern da­durch die Aussaat. Da­bei er­füllt der Auf­ent­halt und der Bau von Hüt­ten auf ei­nem Gen­feld noch nicht mal den Straf­tat­be­stand des Haus­frie­dens­bruchs, wenn das Ge­län­de nicht umfrie­det ist.

So­fern es kei­nen groß an­ge­kün­dig­ten Auf­ruf mit breitem Un­ter­stüt­ze­rIn­nen­kreis gibt, fin­­den sol­che Ak­tio­nen be­vor­zugt heim­lich und nachts statt. Die Be­set­ze­rIn­nen brin­gen Vor­rich­tun­gen zum An­ket­ten (lock-ons) auf das Feld, um ei­ne schnel­le Räu­mung zu verhin­dern. Bei ei­nem ge­schei­ter­ten Be­set­zungsver­such im Früh­jahr 2007 bei Ros­tock hat­te die Be­set­zungs­grup­pe z. B. ei­nen auf dem Feld fest­ge­fah­re­nen Bau­wa­gen und ein 15m ho­hes Drei­bein (aus 3 langen Holzstangen) ge­plant. Die Aki­vi­stIn­nen woll­ten sich un­ter an­de­rem oben auf dem Turm an­ket­ten. Die Ak­ti­on schei­ter­te we­gen ei­ner An­woh­ne­rin, die die auf­fäl­li­gen Fahr­zeu­ge der Grup­pe an die Poli­zei mel­de­te. Ei­ne wei­te­re Mög­lich­keit zum An­ket­ten kön­nen Erd­höh­len mit ein­be­tonier­ten lock-ons sein. Bei an­de­ren Be­setzun­gen stell­ten ver­gra­be­ne Ei­sen­stan­gen den Schutz vor ei­ner Räu­mung dar, da die Be­setze­rIn­nen sie erst ent­fer­nen wür­den, wenn nicht aus­ge­sät wird.

Ne­ben der prak­ti­schen Ver­hin­de­rung der Aus­saat hat ei­ne Be­set­zung auch ei­nen sehr kom­mu­ni­ka­ti­ven Cha­rak­ter. Bei ei­ner Be­set­zung in Nie­der­sach­sen 1998 sah das so aus: „Dis­kus­si­on vor Ort, ein häu­fig wie­der­keh­ren­der An­blick; denn im­mer wie­der kom­men Spa­zier­gän­ge­rIn­nen vor­bei und neh­men An­teil. So man­ches Mal wird von Ein­hei­mi­schen Hil­fe an­ge­bo­ten und von den Feld­be­set­ze­rIn­nen ger­ne an­ge­nom­men. So wer­den u.a. Lat­ten­holz für Trans­pa­ren­te und Stroh­bal­len zum Sit­zen ge­lie­fert. Ein Bi­o­hof bie­tet der Grup­pe die kos­ten­lo­se Ver­pflegung aus dem Hofla­den an. An­de­re hel­fen mit Werk­zeug aus, stel­len ih­ren Kühl­schrank zur Ver­fü­gung oder kom­men mor­gens mit dem lie­be­voll ge­pack­ten Früh­stücks­korb vor­bei.“ Trans­pa­ren­te und Flug­blät­ter in­for­mie­ren Anwoh­ne­rIn­nen und Pas­san­tIn­nen über die Beset­zung und bie­ten Dis­kus­si­ons­stoff zum The­ma Gen­tech­nik. Die Feld­be­set­ze­rIn­nen kön­nen zu Dis­kus­si­ons­run­den und Filmaben­den im Wi­der­stands­dorf auf dem Acker ein­la­den, Kund­ge­bun­gen und Stra­ßen­thea­ter in der Um­ge­bung ver­an­stal­ten oder di­rekt auf die An­wohne­rIn­nen zu­ge­hen, in­dem sie bei ih­nen zu­hau­se klin­geln und Ge­sprä­che an­bieten. Durch die dau­er­haf­te Prä­senz in ei­ner Re­gi­on ent­steht ei­ne öf­fent­li­che Diskus­si­on, die die lei­der oft vor­herrschen­de Gleich­gül­tig­keit auf­bricht.

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